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Medienmitteilung vom 6. Dezember 1999


Endlager Wellenberg
MNA verlangt "echte Reversibilit”t"

Der Vorstand des "Komitees f¸r eine Mitsprache des Nidwaldner Volkes bei Atomanlagen" (MNA) stellt sich weiterhin gegen ein Endlager am Wellenberg und fordert f¸r die Lagerung radioaktiver Abf”lle eine "grundlegend neue Lagerkonzeption". Ein Sondierstollen tr”gt zur Zeit nichts zur Probleml–sung bei und wird deshalb abgelehnt.

Weiterhin klare Haltung des MNA: Ein Endlager am Wellenberg/Nidwalden ist f¸r die Bewegung, welche dem Nidwaldner Volk die Entscheidung ¸ber das Atomprojekt gesichert hat, nach wie vor kein Thema. Im j¸ngsten Rundbrief der Organisation bekr”ftigt es seine Forderung nach dauernder Kontrollierbarkeit und R¸ckholbarkeit von allf”lligem Lagergut und verdeutlicht: "Die echte Reversibilit”t eines Lagers kann nur mit einer grundlegend neuen Lagerkonzeption erreicht werden, aber keinesfalls mit Retouchen am Nagra-Projekt f¸r den Wellenberg." Damit stellt sich das MNA Pl”nen der Nagra entgegen, die mit Modifikationen am 1995 abgelehnten Projekt in Nidwalden die Konzessionierung eines Sondierstollens erlangen will. Dazu MNA-Pr”sident Peter Steiner: "Das ist die bekannte Salami-Taktik: In Teilschritten wird immer mehr in den Berg investiert und schliesslich argumentiert, bei einem Nein zur Ausf¸hrung gingen grosse volkswirtschaftliche Werte verloren." Weil aber "ein faules R¸ebli auch in Scheiben nicht besser" sei, werde sich das MNA mit aller Kraft gegen einen Sondierstollen stellen.

Der MNA-Rundbrief relativiert auch den "volkswirtschaftlichen Nutzen", der seit einiger Zeit von den Bef¸rwortern eines Endlagers herausgestrichen wird. Bei der "Milliarde Franken" handle es sich um eine "optimistische Hochrechnung von Wertsch–pfungsfolgen auf den Zeitraum von mehr als 40 Jahren". Werde der Betrag auf ein einzelnes Jahr zur¸ckgerechnet, betrage er noch ungef”hr 25 Millionen Franken oder knapp 1,5 Prozent des aktuellen Bruttoinlandproduktes. Dabei seien die "langfristigen Sch”den f¸r das Tourismusgebiet Nidwalden/Engelberg" untersch”tzt und jene am "Zukunftsgut Trinkwasser" ¸berhaupt nicht berechnet worden. "Kurzfristiges Nutzendenken steht hier gegen die langfristige Perspektive unseres Kantons", verdeutlicht Peter Steiner und erg”nzt: "Ein Endlager im Wellenberg verschlechtert die Zukunftschancen unseres Kantons."