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Medienmitteilung vom 17. September 1998


Wellenberg:
Mit faulen Tricks zur Wiederholung der Volksabstimmung?

Das Nidwaldner Komitee f¸r eine Mitsprache bei Atomanlagen (MNA) und das Abstimmungskomitee Stop Wellenberg haben mit Erstaunen von einem "wesentlich verbesserten Projekt" f¸r ein Endlager im Wellenberg Kenntnis genommen, das die Nagra ausgearbeitet haben will. Das Erstaunen betrifft zun”chst die Tatsache, dass kaum drei Jahre nach dem sog. "perfekten Projekt 1994/95" bereits "wesentliche Verbesserungen" m–glich sind. Das allein best”tigt schon die Richtigkeit derZweifel, die von den beiden unterzeichneten Organisationen und vom Nidwaldner Volk gegen¸ber dem Endlager-Projekt Wellenberg gehegt wurden und auch noch immer gehegt werden m¸ssen. Die heute pr”sentierten Berichte einer technischen und einer volkswirtschaftlichen Arbeitsgruppe beinhalten im Grunds”tzlichen nichts Neues. Sie geben allerdings vor, ein "verbessertes Projekt" enthalte die sowohl von der Nidwaldner Regierung wie auch von den nagra-kritischen Organisationen geforderten Voraussetzungen der Kontrollierbarkeit und der R¸ckholbarkeit der radioaktiven Abf”lle. Mit aller Deutlichkeit muss erneut darauf hingewiesen werden, dass sich die erw”hnten Grundforderungen am Projekt Wellenberg nicht verwirklichen lassen, sondern nach einer vollst”ndig neuen Lagerkonzeption rufen. Die Erkenntnis hat sich auch in der von Bundesrat Moritz Leuenberger einberufenen Dialog-Konferenz bez¸glich der radioaktiven Abf”lle unter der Leitung von Professor Hans Ruh durchgesetzt. Als an diesem Dialog beteiligte Organisationen befremdet es uns ausserordentlich, dass das Bundesamt f¸r Energie (BFE) gerade jetzt vor dem Abschluss der Konsens-Gespr”che der Nagra Hand bietet, das veraltete Wellenberg-Endlager-Projekt erneut zu lancieren. MNA und Stop Wellenberg empfinden die Pr”sentation der fehlerhaften Berichte als Affront, und sie werden alles daran setzen, die Nidwaldner Bev–lkerung ¸ber die List des Vorgehens der Nagra aufzukl”ren. Jedes neue Konzessionsgesuch, das nichts anderes als der Versuch darstellt, mit faulen Tricks zu einem neuen Volksentscheid zu gelangen, muss mit aller Entschiedenheit zur¸ckgewiesen werden.