AtomiNO

Neue US-Atomwaffe könnte eine Million Menschen töten 
Die neuen taktischen Atomwaffen, deren Entwicklung von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld ins Auge gefasst wird, könnten einer offiziellen Studie zufolge verheerende Verluste unter der Zivilbevölkerung verursachen. Die Untersuchung des Nationalen Forschungsrats kommt zwar zum Schluss, dass sie bis zu 250 Meter tief in der Erde liegende Bunker knacken können. Auf der Oberfläche könnten sie aber zugleich mehr als eine Million Menschen töten, heisst es in der vom US-Kongress in Auftrag gegebenen Studie.
Washington (AFP): 28. April 2005

Fehler beim Brennelementwechsel  
Bei der Jahresrevision des Kernkraftwerks Leibstadt (KKL) ist es zu einem Fehler beim Brennelementwechsel gekommen. Dieser wurde auf der siebenstufigen internationalen Störfall-Skala (INES) der Stufe 1 zugeordnet.

Der Fehler ereignete sich am vergangenen Samstag. Für das Personal und die Umgebung des Kernkraftwerks habe keine Gefahr bestanden, teilten die Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen (HSK) und das KKL am Mittwoch mit. Es sei keine Radioaktivität in die Umgebung ausgetreten.

Zum Fehler kam es beim Beladen von Brennelementen in den Reaktor. Eines der Brennelemente sei in den Reaktor eingesetzt worden, als zwei Steuerstäbe noch nicht eingefahren waren. Gemäss der Analyse durch die HSK steht dies im Widerspruch zur so genannten Technischen Spezifikation.

Wie es in der Mitteilung der HSK heisst, stellten Mitarbeiter des KKL den Fehler wenig später fest. Das KKL habe den Fehler umgehend der HSK gemeldet.

Das KKL führt derzeit eine vorgezogene Jahresrevision durch. Das Werk steht seit Ostermontag wegen eines Schadens am Stromgenerator still. Der Produktionsunterbruch dauert voraussichtlich bis September. Der Reaktor ist vom Generatorschaden nicht betroffen.
sda/pbl: 27. 4. 2005

EU-Kommission: Nahrungsmittel auch 19 Jahre nach Tschernobyl belastet 
Auch 19 Jahre nach der Reaktorkatastrophe im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl sind in der EU zahlreiche Nahrungsmittel wie Wildfleisch und Waldpilze noch hoch radioaktiv belastet. Das bestätigte die EU-Kommission.

Das gelte nicht nur für die am schwersten betroffenen Gebiete in der Ukraine und in Weissrussland, sondern selbst für Regionen Europas, die sehr weit vom Unglücksort entfernt liegen. Den Angaben der Kommission zufolge gibt es beispielsweise in Grossbritannien noch Einschränkungen für den "Transport, Verkauf sowie das Schlachten von Schafen" insbesondere im Norden von Wales. Auch in Irland und Skandinavien würde die Radioaktivität von Schaf- beziehungsweise Rentierfleisch weiter regelmässig überwacht.

In "Wildfleisch, wild wachsenden Beeren, Wildpilzen und in Fleisch fressendem Fisch (.....) aus bestimmten Regionen in Deutschland, Österreich, Italien, Schweden, Finnland, Litauen und Polen" werde zuweilen eine Belastung mit Caesium 137 erreicht, die vielfach über der zulässigen Höchstgrenze liege.

"In den kommenden Jahrzehnten" werde die radioaktive Belastung bestimmter Produkte nicht nennenswert zurückgehen, heisst es in der Antwort weiter. Der Verzehr bestimmter Nahrungsmittel müsse deshalb noch viele Jahre eingeschränkt bleiben.
sda/pbl: 25. 4. 2005

Atomkraftwerken geht der Brennstoff aus 
Anlässlich des 19. Jahrestages der Atomkatastrophe von Tschernobyl weist die atomkritische Aerzteorganisation IPPNW darauf hin, dass die Atomenergie nicht nur Gesundheit und Umwelt sondern zugleich in hohem Masse die internationale Sicherheit gefährdet. Das immer knapper und teuerer werdende Uran könnte schon bald zu Kriegen führen.
sda/pbl: 25. 4. 2005

Pilze in Süddeutschland noch radioaktiv belastet 
18 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl sind in den durch Fallout belasteten Regionen, wie im Münchner Umland oder in den Alpen, noch immer hohe Werte an künstlicher Radioaktivität in Wildpilzen und anderen Waldfrüchten zu erwarten. "Die Spitzenwerte bei Röhrenpilzen, wie zum Beispiel Maronen- oder Birkenröhrlingen, aber auch bei Semmelstoppelpilzen können im Münchner Umland durchaus noch 1.000 und mehr Becquerel pro Kilogramm Frischmasse an Cäsium-137 erreichen" berichtet Christina Hacker vom Umweltinstitut München aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre. Wildschweine, die sich frei im Wald bewegen können und nicht in einem Gehege gezogen werden, könnten noch höhere Belastungswerte aufweisen. Wegen der langen Halbwertszeit von Cäsium-137 (rund 30 Jahre) sei eine wesentliche Änderung der Situation auch in den nächsten Jahren nicht zu erwarten.
Ippnw: 21.07.2004; www.ippnw.de

Krebsrisiko zehnmal höher  
Plutonium dürfte sehr viel gefährlicher sein als bisher angenommen: Das aus einer Belastung innerhalb des Körpers resultierende Krebsrisiko könnte zehn Mal höher sein als von internationalen Richtlinien angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Committee Examining Radiation Risks from Internal Emitters (CERRIE) für die britische Regierung. Die Wissenschaftler vertreten einhellig die Auffassung, dass die von Plutonium abgegebene niedrige Strahlendosis mehr Schaden anrichten kann als bisher angenommen.
Europäische und amerikanische Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass die Nachkommen von Zellen, die eine Strahlung anscheinend unbeschadet überstanden haben, einen verspäteten Schaden erleiden können. Bei diesem Phänomen handelt es sich um die so genannte genomische Instabilität. Zusätzlich können benachbarte Zellen ebenfalls Schaden erleiden. Es konnte ein Anstieg bei der Anzahl der Mutationen festgestellt werden, die von einer Generation an die nächste weitergegeben werden. Es wird befürchtet, dass diese Phänomene Krebs auslösen und weitere schädliche Auswirkungen haben können.
Die Ergebnisse der CERRIE-Studie sollen in den nächsten Monaten veröffentlicht werden.Innerhalb der vergangenen 60 Jahre wurden durch Atomwaffentests und Atomkraftwerke mehrere Tonnen Plutonium freigesetzt.
Ippnw: 19.07.2004; www.ippnw.de

Hilfe beim Atomausstieg – AKW kaufen 
Prominente Deutsche wollen die Hanauer Atomanlage kaufen. Nicht, weil sie diese Anlage selbst betreiben möchten, nein. Sie wollen den Export nach China verhindern.
Tageszeitungen: 26.02.2004

Die USA bauen ihr Atomendlager in einer Erdbebenzone  
Die nächsten Nachbarn des «Heiligen Bergs mit gefährlichem Innenleben» sind beunruhigt. Der Yucca Mountain, in dem die USA ihr Atomendlager bauen, ist eine Zeitbombe. Allein in den vergangenen 20 Jahren und im Umkreis von 80 Kilometern hat die Erde über 600 Mal mit einer Stärke von mehr als 2,5 auf der Richter-Skala gebebt. Und die Nachbarn dieses Kultbergs der Western-Shoshone-Indianer sind nicht irgendwer: Es sind die Einwohnerinnen und Einwohner von Las Vegas. Ihr Bürgermeister, Oscar Goodman, will denn auch das Lager verhindern.
NZZ: 26.01.2004

Zwischenlager Gorleben bleibt noch mindestens 30 Jahre Provisorium  
Die Castor-Behälter, gegen deren Transporte nach wie vor Tausende demonstrieren, werden in einer oberirdischen Halle zwischengelagert. Das heisse, radioaktive Material im Innern soll in 30 Jahren in kleinere, sogenannte «Pollux»-Container umgeschüttet und dann im Salzstock «endgelagert» werden. Das Endlager hat aber keine Bewilligung und eine technische Lösung für das «Umschütten» muss erst noch entwickelt werden (unterhaltsame Reportage mit ernstem Hintergrund).
Die Zeit: 20.11.2003

Franz. Stromgesellschaft will AKWs laufen lassen, bis sie fast auseinander fallen  
Ohne auf das grüne Licht der Zulassungsbehörden zu warten, hat die französische Stromgesellschaft EDF angekündigt, ihren gesamten Atomkraftwerk-Park zehn Jahre länger laufen zu lassen, als geplant. Die Gründe sind in erster Linie finanziell: Die Gesellschaft könnte dann die Anlagen länger abschreiben und erst noch längere Zeit aufwenden, um das Geld für den Rückbau der Anlagen von den StromkonsumentInnen einzufordern.
Le Monde: 27.09.2003

Die Bäume in Tschernobyl stehen noch immer unter Strahlenstress  
In den Pinienwäldern rund um Tschernobyl lassen sich Veränderungen in der DNS nachweisen. ForscherInnen sehen dies als Stresszeichen: Die Veränderungen sollen verhindern, dass die Strahlung das Genom der Bäume destabilisiert.
New Scientist (GB): 06.09.2003

Das sicherste Endlager ist unsicher ohne eine nachhaltige Gesellschaft  
Denn die eingelagerten Stoffe wirken auf Menschen während 240 000 Jahren tödlich. Und: Die Giftgaslager aus der Zeit des Ersten Weltkriegs sind schon heute nicht mehr auffindbar, weshalb immer wieder Pläne für ein Endlager-Mahnmal diskutiert wurden. Bloss: Wie kann man ein interkulturell verständliches Warnzeichen schaffen, das noch in einer Viertelmillion Jahren verstanden wird - einer Zeitspanne, die länger ist als unser Abstand zu den Neandertalern? Die einzige Möglichkeit, so einer der Verfasser, ist die Errichtung einer nachhaltigen Gesellschaft mit einem Welt-Zukunftsrat.
natur (D) 9/03, S. 24-31: 01.09.2003

Das Ende eines Albtraums rückt näher: Sellafield wird 2010 abgestellt  
Die Wiederaufbereitungsanlage, die früher Windscale hiess, hat sich als Milliardenflop erwiesen. Als erstes soll die vor neun Jahren in Betrieb genommene Thermal-Oxis-Anlage (Thorp) abgeschaltet werden, zwei Jahre darauf auch die kleinere Installation. Damit hört England auf, Plutonium zu produzieren.
Tages-Anzeiger: 27.08.2003

Zellschäden in Menschen sind «ein persönlicher Geigerzähler» 
Interchromosomale Schäden lassen direkte Rückschlüsse auf die radioaktive Strahlung zu, denen ein Mensch bisher ausgesetzt war. Das zeigen neue Forschungsdaten. In die Alltagssprache übersetzt: Wir tragen einen eigenen Geigerzähler in uns, der die gesamte bisherige radioaktive Belastung anzeigt.
New Scientist (GB): 31.05.2003

Atomstrom kostet zweimal mehr als der Preis, zu dem er verkauft wird  
Der Grund sind ausgelagerte Kapitalkosten, fragwürdige Rückstellungen und Rechentricks. Ein Schweizer Betriebsökonom hat nachgerechnet: Atomstrom aus Leibstadt kostet bei einer Laufzeit von 40 Jahren rund 10,1 Rappen pro Kilowattstunde, bei einer Laufzeit von 30 Jahren gar 12,1 Rappen. Die von den Betreibern ausgewiesenen 4 bis 6 Rappen pro Kilowattstunde entsprechen demnach «den direkten Betriebskosten». Das wäre etwa so, wie wenn man den Kilometerpreis eines Autos mit den Kosten für das eingesetzte Benzin angeben
Energie & Umwelt (Schweiz. Energiestiftung): 31.03.2003

Tschernobyl: Auch Europa verzeichnete deutlich mehr Fehlgeburten  
Auch die Säuglingssterblichkeit und die Fehlbildungen waren erhöht. Allein in Bayern sollen zwischen Oktober 1986 und Dezember 1991 zwischen 1000 und 3000 zusätzliche Fehlbildungen auf das Konto der Radioaktivität gehen. Und europaweit gab es zwischen 1986 und 1992 etwa 3200 Fälle von zusätzlichen Totgeburten
strahlentelex 388, S. 6-8: 06.03.2003; Körblein, Alfred / Scherb, Hagen / Weigelt, Eveline: Säuglingssterblichkeit nach Tschernobyl. Zunahme der Perinatalsterblichkeit, Totgeburten und Fehlbildungen in Deutschland, Europa und europäischen Regionen nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl im April 1986 (= Bericht Nr. 24 des Otto-Hug-Strahleninstituts), Bremen, 2002.

Tschernobyl-Folge: Genschäden bei Kindern 
Das zeigt eine Studie, welche 17 Jahre nach der Atomkatastrophe an einer Tagung in Basel vorgestellt worden ist. Demnach gibt es eine dosisabhängige, signifikant erhöhte Mutation in «Minisatelliten-Genomen» (das sind sich wiederholende Abschnitte im Erbgut). Bereits früher hatte eine andere Studie dasselbe bei Kindern von Aufräumarbeitern festgestellt. Die Mutationsrate dort war um Faktor sieben erhöht. Mit anderen Worten: Tschernobyl schädigt weiterhin und noch auf Generationen hinaus.
Tages-Anzeiger: 21.02.2003

Amerika rechnet mit Umweltschäden durch Atombombenversuche  
Zwischen 1941 und 1992 haben demnach die USA und Grossbritannien 828 Atombomben in Nevada unterirdisch zur Explosion gebracht. 43 verschiedene Isotope mit einer Halbwertszeit von mehr als zehn Jahren strahlten dabei ursprünglich mit 4,89 Millionen Terabecquerel - also etwa der Hälfte jener Strahlung, die bei der Tschernobyl-Katastrophe ausgetreten ist. Bemerkenswert offen, aber gleichwohl erschreckend: Es sei nicht die Frage, ob die Umgebung belastet werde. Die Frage sei nur noch, wann dies eintrete.
New Scientist (GB), S. 13: 08.02.2003

Neue Greenpeace-Studie: Auch in Atomkraftwerken ist Irren menschlich  
Fehlhandlungen des Personals können in Atomkraftwerken katastrophale Folgen haben. Bisher ist dieser Faktor wenig untersucht worden, er ist auch nicht quantifizierbar. Klar ist nur: Er stellt ein wesentliches Risiko dar, zumal das Potenzial der technischen Sicherheit in Anlagen weitestgehend ausgeschöpft ist. Aber gerade der menschliche Faktor wird bei der Sicherheitsbewertung vernachlässigt. So zeigt der Fall der gefälschten Sicherheitsprotokolle im AKW Leibstadt, wie anfällig das System auf menschliche Manipulation ist. Und rund 60 Prozent der verzeichneten Zwischenfälle in Schweizer Reaktoren gehen auf fehlerhafte Handlungen zurück.
Tages-Anzeiger: 18.01.2003

Auch AKWs sind nicht vor Hochwasser gefeit  
Das haben die Überschwemmungen in Deutschland gezeigt: Wäre die Flut nicht durch Sachsen, sondern durch Baden-Württemberg gerollt, wäre das AKW Neckarwestheim 20 Zentimeter unter Wasser gestanden, Gundremmingen gar einen Meter.
strahlentelex 378, S. 8: 03.10.2002

Unheimlich und illegal: Hunderte leben in der Sperrzone um Tschernobyl  
ForscherInnen, TechnikerInnen, alte Leute, die in ihre Dörfer zurückgekehrt sind: Das ist die Bevölkerung der Sperrzone um Tschernobyl, die offziell nach wie vor als unbewohnbar gilt (und wo die Strahlung noch während Jahrzehnten weit über den Grenzwerten liegen wird). Doch das Leben kehrt langsam zurück, sogar KatastrophentouristInnen werden empfangen.
Le Monde: 05.09.2002

Japan watet erneut in einem riesigen Atomsumpf  
Erst trat fast die gesamte Führungsriege des Atomstromunternehmens Tepco zurück, weil sie zehn Jahre lang Inspektionsberichte über Risse in Atomkraftwerken frisiert hatte. Und einen Tag später wird bekannt, dass die radioaktiven Emissionen eines Reaktors in Fukushima 100-mal über dem Normalwert strahlten. Folgen wird es wohl nicht geben, denn Japan verschleppt offenbar Verfahren und vernachlässigt die Aufsichtspflicht. Und die Bevölkerung vergisst Störfälle rasch.
Bund: 04.09.2002

Tschernobyl-Folgen: Hirnschäden und Missbildungen  
Bei den Tschernobyl-Helfern zeigt sich, dass sie Probleme mit dem Sprechvermögen, mit Depressionen, Gedächtnisstörungen und Konzentrationsproblemen zu kämpfen haben. In Europa war zur selben Zeit ein Anstieg von Missbildungen bei Neugeborenen zu beobachten (Berichte).
strahlentelex 374, S. 9/10: 01.08.2002

Die radioaktiven Altlasten der UdSSR bedrohen auch den Westen  
Ungezählte Tonnen radioaktiver Abfälle sind es, welche auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion lagern. Erschreckt hat dabei ein Zwischenfall im Dezember 2001, als zwei Thermogeneratoren ohne Schutzmantel aufgetaucht sind. Die Strahlung entsprach 1480 Billionen (!) radioaktiven Zerfällen pro Sekunde - also derjenigen Strontium-Strahlung, die beim Tschernobyl-Desaster messbar war.
Tages-Anzeiger: 25.06.2002

Tschernobyl-Opfer beklagen verminderte Hirnfunktionen als Spätschäden 
Viele sind bereits an Krebs erkrankt. Die ÄrztInnen haben aber überrascht zur Kenntnis genommen, dass auch leicht gestörtes Sprechvermögen, Depressionen, Gedächtnisstörungen und Konzentrationsprobleme gehäuft auftreten. Die Ursachen sind unklar. Eine Psychiaterin mutmasst, dass es um eine verminderte Blutzufuhr zum Hirn gehen könnte (Bericht von einem internationalen Krebskongress in Oslo).
Tageszeitungen: 16.07.2002

Tschernobyl hat vielleicht auch Hunderte in Grossbritannien getötet  
Zu diesem Schluss gelangen ForscherInnen. Der Grund: In den drei Jahren nach der Tschernobyl-Katastrophe stieg die Zahl toter Kinder deutlich. Zudem gab es mehrere Hundert zusätzlicher Fälle von Down-Syndrom (Mongolismus), Spina bifida und anderen gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Eine der möglichen Erklärungen ist die Strahlung (englischer Bericht).
New Scientist (GB), S. 6: 29.06.2002

Forscher haben Gefährlichkeit von Tritium unterschätzt 
Das ist deswegen beunruhigend, weil die alten Daten zur Bestimmung der Grenzwerte etwa in Nahrungsmitteln wie Fischen geführt haben. Jetzt zeigt sich, dass Fisch-essende Menschen wohl deutlich höhere Dosen Radioaktivität abbekommen haben, als ursprünglich angenommen (englischer Bericht).
New Scientist (GB), S. 8; 1.06.2002

Grossbritanniens Probleme mit dem nuklearen Erbe 
Rund 17 Standorte sind es in Grossbritannien, welche wegen des britischen Atomwaffenprogramms radioaktiv belastet sind. Das Ausmass ist nicht bekannt, teilweise fehlen sogar Unterlagen zu den gestapelten Abfällen: Zu fünf strahlenden Safes etwa fehlen sowohl die Nummernkombinationen zur Öffnung als auch Dokumente über ihren Inhalt (ausführlicher, englischer Bericht; mit Karte der Standorte).
New Scientist (GB), S. 42-45; 25.05.2002

USA sind Spitzenreiter bei Pannen in Atomreaktoren 
Die Westreaktoren leiden an Altersschwäche. In den vergangenen Monaten sind mehrere Unfälle bekannt geworden, wobei die USA klar an der Spitze stehen. Einer der Unfälle glich dem Anfang des Harrisburg-Desasters 1979, wobei die damals zuständige EDF bis heute verschwiegen hat, wie viel Radioaktivität durch das Ventil damals abgelassen wurde (Bericht).
Tageszeitungen: 23.05.2002

Strahlenschäden: Das Leiden tragen die Kinder 
Und zwar bis in die vierte Generation, wie neue Forschungsdaten zeigen. Die genauen Mechanismen, warum Strahlenschäden dort noch auftreten, sind indessen unklar (englischer Bericht).
New Scientist (GB), S. 5; 11.05.2002

Atomkügelchen beim AKW Krümmel - also doch ein Unfall?  
Seit Jahren tobt westlich von Hamburg ein Streit um überhöhte Werte von Blutkrebs, den AtomkritikerInnen dem AKW Krümmel zuschreiben. Im Rahmen eines weiteren Gutachten sind nun Kügelchen von maximal einem Millimeter Durchmesser untersucht worden. Gefunden wurden diese Kügelchen in Wasserabläufen unter Dächern sowie in den oberen Erdschichten. Die strahlenden Funde deuten auf einen Unfall, «sei es ein Grossbrand, eine Verpuffung, eine Explosion oder ähnliches», wie die Studie schreibt (Bericht).
Tageszeitungen: 07.05.2002

Der Widerstand gegen das amerikanische Endlager organisiert sich 
Wenn es nach US-Präsident George W. Bush geht, wird der in der Nähe von Las Vegas gelegene Berg Yucca die atomaren Abfälle Amerikas aufnehmen. Der amerikanische Staat Nevada ist allerdings der Meinung, schon genug für die nuklearen Interessen der USA getan zu haben. Nicht zuletzt die Geschäftskreise Las Vegas sträuben sich, und nun beginnt sich der Widerstand zu formieren (ausführlicher Bericht).
Tageszeitungen: 07.05.2002

Tschernobyl-Folgen 
Auch sechzehn Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl steigt die Zahl der Krebserkrankungen nach ukrainischen Angaben weiter an. Allein im vergangenen Jahr wurden 3022 Fälle von Schilddrüsenkrebs registriert.
Neue Nidwaldner Zeitung: 26.04.2002 (www.nlz.ch)

Entsorgung AKWs wird teurer 
Allein für die Entsorgung der Atomkraftwerke Mühleberg und Leibstadt werden nunmehr rund 50 Prozent höhere Kosten erwartet.
Basler Zeitung: 23.04.2002

Das Milliardengrab von Gorleben ist bald fertig 
Das atomare Endlager steht vor der Fertigstellung. Und das nach 20-jährigem Streit. Die deutschen Behörden müssen nun entscheiden, ob das Lager eine Genehmigung erhält. Allerdings ist der Staat dabei keineswegs neutral, den mehr als zwei Drittel des radioaktiven Mülls gehören ihm.
Die Zeit: 14.03.2002

Kindersterblichkeit nach Schliessung von Atomanlagen gesunken 
Eine amerikanische Studie zeigt, dass die Säuglingssterblichkeit in der Nähe von fünf Atomanlagen nach deren Stilllegung sofort und dramatisch gesunken ist. Mit anderen Worten: „Die Studie legt nahe, dass die Gesundheit von 42 Millionen Amerikanern, die innerhalb von 50 Meilen in der Abluftrichtung einer Atomanlage leben, durch die Reaktoren beeinträchtigt ist“.
Strahlentelex 364, S.6: 07.03.2002

Strahlendosen sind für Genmutationen verantwortlich 
Das zeigt eine neue internationale Studie, welche die BewohnerInnen der Region Semipalatinsk untersucht hat. Dort hatte die Sowjetunion Atombombentests durchgeführt. Noch heute sind Mutationen in den Genen der Nachkommen nachweisbar.
Neue Zürcher Zeitung: 06.03.2002 (www.nzz.ch)

Tschernobyl: Frankreichs Regierung wusste um Strahlenbelastung 
Aber getan hat die damalige Regierung nur eines. Die Daten unter Verschluss gehalten. Die Schafmilch etwa hätte umgehend aus dem Verkauf gezogen werden müssen da sie die Grenzwerte um das 20-fache überstieg.
Le Monde: 26.02.2002

Politiker gegen Atommülllager 
Der Energieminister Abraham will am Yucca Mountain ein zentrales Endlager für insgesamt 77000 Tonnen radioaktive Abfälle errichten. Der Gouverneur von Nevada könnte dagegen aber Einsprache erheben, denn fast das gesamte politische Establishment lehnt das Projekt geschlossen ab.
Neue Zürcher Zeitung: 12.01.2002 (www.nzz.ch)

Tschernobyl-Folgen: Hohes Krebsrisiko für Kinder 
In einem Radius von 150 Kilometern um den Katastrophenreaktor stieg das Risiko von Kindern, an Schilddrüsenkrebs zu erkranken, statistisch signifikant nach der Katastrophe.
Strahlentelex 360, S. 5/6: 3.01.2002

Weitere Studie zeigt: Niedrigdosisstrahlung wurde stark unterschätzt 
Der Grund liegt offenbar darin, dass bisher angenommen worden ist, dass die Radioaktivität ausschliesslich direkt bestrahlte Zellen schädigt. Nun zeigt sich, dass auch benachbarte Zellen betroffen sind.
Strahlentelex 360, S. 4: 3.01.2002

Schweizer AKWs: Auf Kosten der Konsumenten bereits amortisiert 
AtomgegnerInnen waren überzeugt, dass der liberalisierte Strommarkt den betagten Schweizer AKWs den Todesstoss versetzen wird. Weit gefehlt: Weil die Werke wegen der verspäteten Marktöffnung vorzeitig abgeschrieben wurden, sind die Marktschancen für die Atommeiler intakt.
Tages-Anzeiger: 13.11.2001 (www.tages-anzeiger.ch)

Warnung vor Terroranschlägen mit Nuklearmaterial 
Der Einsatz von Atombomben durch die Terroristen sei zwar unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen, sagte der Direktor der Internationalen Atomenergie-Organisation. In den vergangenen Jahren sei ein regelrechter Schwarzmarkt für radioaktive Stoffe entstanden.
Süddeutsche Zeitung: 02.11.2001 (www.sueddeutsche.de)

Krasnoyarsk-Unfälle bedrohen die Gesundheit noch heute 
Die Lecks, welche die Atombombenfabrik Krasnoyarks hatte, dürften die AnwohnerInnen am Yenisei-Fluss noch heute in der Gesundheit bedrohen. Das haben Messungen und Modellrechnungen ergeben.
New Scientist: 27.10.2001

Unerhöhte Schlampereien im AKW Philippsburg 
Jahrelang sind im deutschen AKW Philippsburg die Sicherheitsvorschriften missachtet worden. Auch in anderen Meilern hat es, wie jetzt die Nachuntersuchung zeigte, Pannen im Notkühlsystem gegeben.
Neue Zürcher Zeitung: 31.10.2001 (www.nzz.ch)

Drei Flugzeuge reichen und Deutschland existiert nicht mehr 
Entscheiden ist nicht einmal, ob ein Flugzeug die Aussenhülle einer Reaktors zu durchbrechen vermag. Auch so dürfte beim Absturz eines grossen Passagierflugzeuges der Reaktor durchgeschüttelt werden. Resultat: Geborstene Leitungen und wahrscheinlich eine Kernschmelze. Die bisherigen Szenarien waren alle davon ausgegangen, dass die Angreifer ihr eigenes Leben retten wollen, weshalb nun neuen Studien in Arbeit sind.
Tageszeitung: 17.10.2001

Terroranschlag auf Sellafield wäre viel schlimmer als Tschernobyl 
Beim Absturz eines Flugzeuges würde laut Experten rund die Hälfte des dort gelagerten Cäsium 137 freigesetzt – das sind 44 mal so viel wie in Tschernobyl.
Scotsman Online: 13.10.2001

Zahlreiche Proteste gegen Castortransport 
Der erste deutsche Atomtransport seit den Terroranschlägen in den USA wurde von Kritik begleitet Es gab Protestaktionen und Gleisblockaden. Die Atommüllbehälter seien völlig unzureichend gegen mögliche Unfälle und Anschläge gesichert, kritisierten Atomexperten.
Neue Zürcher Zeitung: 10.10.2001

Tschernobyl: Höhere DNS-Mutationsrate 
Eine soeben in Grossbritannien publizierte wissenschaftliche Arbeit deutet darauf hin, dass die DNS von Kindern von Tschernobyl-Liquidatoren eine signifikant erhöhte Mutationsrate (siebenfacher Anstieg neuer Banden) aufweist. Die Resultate unterstützen die Schlussfolgerung, dass die neuen Banden ein Indiz für Veränderungen in den Keimzellen sind, ausgelöst durch niedrige Dosen ionisierender Strahlung.
Royal Society: 11.05.2001

Fünfzehn Jahre nach der Atomkatastrophe in Tschernobyl: Eine Bilanz 
Tausende von Helfern leiden an den Spätfolgen und MedizinerInnen weisen auf die starke Zunahme von Schilddrüsenkrebs als Folge des Reaktorunfalls hin.
Facts/Tages-Anzeiger 28.04.2001 (www.tages-anzeiger.ch)

Die Sanierung des ostdeutschen Uranbergbaus schleppt sich dahin 
Rund 40 Quadratkilometer in der früheren DDR sind wegen des Uranbergbaus sanierungsbedürftig. Die Sanierung selbst – ein Milliardenprogramm – zieht sich allerdings in die Länge. Einer der Gründe sind die gigantischen Abraumhalden: Diese sollen bis Ende 2007 in den Tagebau umgelagert sein. Das grösste radioaktive Problem sind indes die Schlammteiche: Neben reichlich Strahlensubstanzen enthalten sie auch allerlei unerwünschte Nebenstoffe wie Schwermetalle und Arsen.
Neue Zürcher Zeitung 28.03.2001

Schweizer Atommüll-Lager: Pfusch über Pfusch 
Ursprünglich hätte das Zwischenlager in Würenlingen schon im Frühling 2000 in Betrieb gehen sollen. Stümpereien verhindertn dies: Der Betonboden biegt sich unter der Hitze, die weit höher als berechnet ist. Weitere Pfuschereien kommen nach und nach an den Tag. Derzeit ist unklar, wann das Lager den Betrieb wirklich aufnehmen kann.
Facts: 28.03.2001

Die SchweizerInnen subventionieren das Atomrisiko massiv 
Der Arzt Jean-Jacques Fasnacht hatte im Zürcher Kantonsrat erreichen wollen, dass (via Kantonsverfassung) eine Konzession für ein Atomendlager in Benken vors Volk muss. Die Ratslinke war dafür, die Ratsrechte hat den Vorschlag gebodigt.
Tages-Anzeiger 06.03.2001 (www.tages-anzeiger.ch)

"Heisse" Teilchen um deutsche Atomanlagen: Leukämie? 
Der "Leukämie-Streit" in der Elbmarsch geht in eine neue Runde: Forscher haben nun auch hoch alpha- und betastrahlende Partikel aus so genanntem Pac-Atombrennstoff nachgewiesen. Das niedersächsische Landesamt will von nichts wissen, Beobachter hingegen sehen darin den bislang grössten Atomskandal Deutschlands.
Strahlentelex 340: 01.03.2001

Studie weist Schädigung durch Niedrigst-Strahlung nach 
Britische Forscher haben die biologische Schadwirkung von einzelnen Alpha-Partikeln nachgewiesen. Die Wissenschafter stellen eine signifikante Zunahme geschädigter Zellen nach der Bestrahlung fest. Ein einziges Alpha-Teilchen kann eine Zelle krank machen.
Strahlentelex 338: 01.02.2001

Die SchweizerInnen subventionieren das Atomrisiko massiv 
Anders gesagt: Müssten Atomkraftwerke ihre Risiken angemessen versichern, wäre der Atomstrom 20 bis 30 Prozent teurer, wie eine Studie zeigt. Je nach angenommenem Schaden erhöhte sich der Preis einer Kilowattstunde um 1 bis über 6 Rappen.
Tages-Anzeiger 24.01.2001 (www.tages-anzeiger.ch)

Castorbehälter werden mutmasslich auch künftig strahlen 
Und das trotz aller technischer, organisatorischer und administrativer Massnahmen, welche nach dem ersten Strahlenskandal angeordnet wurden. Fazit: Der Schutz mit einem "Plastikhemd" (die Oberflächen der Behälter sind durch aufgeklebte Folie geschützt) ist "keine geeignete Massnahme".
Strahlentelex 334: 07.12.2000

Kein Ende für die radioaktive Verseuchung der irischen See in Sicht 
Die britische Umweltbehörde verzichtet auf Pläne, bei der Aufbereitungsanlage Sellafield die Einleitung radioaktiver Substanzen zu verringern. Ansonsten müssten die Hälfte der Atomkraftwerke den Betrieb einstellen.
New Scientist online: 07.12.2000

Schweizer Atomwirtschaft verärgert sogar Atom-Freunde 
Noch immer steht das Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle in Würenlingen leer: Die Anlage ist falsch konzipiert worden. Sogar die sehr atomfreundliche Aargauer Zeitung ärgert sich, Opfer der Zwilag-Desinformation geworden zu sein.
GP 4/00: 01.12.2000

Engelberg droht Tourismusrückgang wegen dem Endlager am Wellenberg 
Die im Auftrage der Tourismusgemeinde erstellte Studie prognostiziert einen Rückgang des Fremdenverkehrs um bis zu 70 Prozent, sollte das Endlager für radioaktives Material am Wellenberg gebaut werden.
Sonntagszeitung: 26.11.2000 (www.sonntagszeitung.ch)

Das Atom-Endlager Morsleben ist einsturzgefährdet 
Die Salzstöcke im Endlager bröckeln.
Der Spiegel: 13.11.2000

Zwei sibirische Flüsse sind enorm stark radioaktiv verseucht 
Die Messwerte der beiden Flüsse Tom und Romanschka übersteigen alles, was je in Wasserläufen gefunden wurde. Zwar wurden in der Gegend Atomwaffentests durchgeführt, doch selbst diese können die Ueberschreitung der Trinkwasserwerte um das Tausendfache nicht erklären.
Der Spiegel: 02.11.2000

Deutscher Strahlenschutz will Schwangere und Kinder weniger schützen 
Die Revision der deutschen Strahlenschutzverordnung bringt Brisantes: Der Schutz schwangerer und stillender Frauen soll schwächer werden. Ebenso geschwächt werden soll der Schutz von Kindern und Jugendlichen.
Strahlentelex 332: 02.11.2000

Riss in AKW Biblis 27 Jahre unentdeckt? 
Im zentralen Sicherheitssystem des Altreaktors Biblis ist ein Riss entdeckt worden. Die Betreiber versicherten umgehend, das sei "ein herstellungsbedingter Defekt" – was ein reichlich schiefes Licht auf die bisherigen Sicherheitsüberprüfungen wirft und nicht ausschliessen lässt, dass es an noch gefährlicheren Stellen ebenfalls unentdeckte Risse gibt.
Tages-Anzeiger 25.10.2000 (www.tages-anzeiger.ch)

Plutonium bedroht Grundwasser 
Bei einer amerikanischen Kernwaffenanlage in Idaho wurde Plutonium in sechs Meter Tiefe vergraben. Wenn die hoch radioaktive Substanz weiterhin mit derselben Geschwindigkeit absickert, wird sie den Grundwasserspiegel in rund 25 Jahren erreichen und von dort ins Trinkwasser gelangen. Mitte der Sechzigerjahre hatte die Atomenergiekommission, der damals die Kernwaffenproduktion unterstand, noch geschätzt, es werde 80 000 Jahre brauchen.
Tages Anzeiger 25.10.2000 (www.tages-anzeiger.ch)

Falsche Prognosen für Zwischenlager Würenlingen
110° C heiss ist die Wärme, welche Container mit Atommüll aus der Wiederaufarbeitung an die Umgebung abgeben. Damit ist die Wärme rund doppelt so hoch wie für das Bewilligungsverfahren errechnet. Die HSK hat deshalb die Einlagerung der Behälter im Zwischenlager vorläufig nicht bewilligt.
Tages Anzeiger 24.10.2000 (www.tages-anzeiger.ch)

Tschernobyl: Pflanzen mutieren nach wie vor stark
Die Mutationsrate bei Weizen rund um Tschernobyl ist um das Sechsfache erhöht. Hochgerechnet auf das gesamte Erbgut ergibt das 80'000 Einzelschäden. Die WissenschafterInnen ziehen folgendes Fazit: Radioaktive Dauerbelastung verursacht Effekte, die bisher unbekannt waren.
Neue Zürcher Zeitung 5. 10. 2000

Ungeplanter Betriebsunterbruch im Kernkraftwerk Leibstadt
Am 31. August 2000 musste das Atomkraftwerk Leibstadt kurz vor Mittag wegen eines Fehlers im Bereich des Generators abgeschaltet werden. Die Ausserbetriebsetzung erfolgte automatisch. Laut der "Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernkraftwerke" (HSK) soll das Vorkommnis zu keiner Abgabe von Radioaktivität an die Umwelt geführt haben. Zurzeit befindet sich die Anlage im abgestellten Zustand.
Medienmitteilung der HSK vom 31. 8. 2000 (www.hsk.psi.ch/aktuel.html)

Neun defekte Brennstäbe im AKW Leibstadt
Erhöhte Radionuklid-Konzentration im Reaktorwasser liess auf schadhafte Brennstäbe schliessen. Die Vermutung hat sich jetzt bei der Revision des AKW Leibstadt bestätigt: Neun der 140 ausgewechselten Brennstäbe wiesen Risse auf. Es wird vermutet, dass die Schädigung von Fremdkörpern im Wasser des Kühlkreislaufes verursacht worden sind. Bei zwei Brennstäben wird auch die Möglichkeit von Fabrikationsfehlern in Betracht gezogen. - Bereits 1994 wurden an Schweissnähten der Umwälzschleifen Anzeichen von Rissen festgestellt. Bis Ende November muss die Betreiberfirma der HSK mitteilen, wie sie mit den Schäden umgehen will.
Tages-Anzeiger, 26. 8. 2000 (www.tages-anzeiger.ch)

Demo gegen ein Versuchslabor in Lothringen (F), das ein Endlager werden könnte
Seit Anfang Juli halten AKW-GegnerInnen einen Acker nahe des kleinen lothringischen Dorfes Bure besetzt. Mit einer Großdemonstration soll die Aktion heute beendet werden. Der Grund für den Protest ist ein Versuchslabor, das die Nationale Agentur für radioaktive Abfälle (Andra) in 500 Meter Tiefe errichten wird. Damit will die Firma erkunden, ob der Boden sich für die Endlagerung von Atommüll eignet. Doch UmweltschützerInnen befürchten, vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden: "Mit dem Bau von Stollen und Schächten in 500 Metern wird ein Endlager für atomare Brennstoffe vorbereitet", sagt die Präsidentin des französischen Bündnisses gegen atomare Endlager, Corinne Françoise. 
In Frankreich, wo rund 70 Prozent des Stroms durch Atomkraft erzeugt werden, haben sich über die Jahre 120.000 Tonnen des strahlenden Mülls angesammelt. Über 30 geplante Endlagerstandorte mussten in den letzten Jahren nach Protesten von der Liste gestrichen werden. 
taz (Berlin) 26.8.2000 (www.taz.de)

BFE-Direktor Kiener geht auf den 31.März 2001
Eduard Kiener, amtierender Direktor des Bundesamtes für Energie (BFE) tritt auf den 31. März 2001 vorzeitig in den Ruhestand. Kiener ist bekannt als harter Verfechter der Atomstromproduktion.
Tages-Anzeiger, 24. 8. 2000 (www.tages-anzeiger.ch)

Erdbebenschutz für AKW Mühleberg nicht gewährleistet
Noch im Mai hatte die HSK diese Kritik in einem Brief bestritten: "Die Aussage, dass der Erdbebenschutz für Mühleberg nicht gewährleistet sei, ist nicht zutreffend", hiess es damals. Anders äusserte sich 
Im Gegensatz zu einer schriftlichen Stellungnahme im Mai dieses Jahres gestand der neue HSK-Direktor Wolfgang Jeschki an einem Podium in Bern ein, dass der Erdbebenschutz für das AKW Mühleberg bei Bern nicht gewährleistet sei. Es bestehe Handlungsbedarf und die einschlägige Richtlinie sei in Überarbeitung. Ergebnisse sollen in zwei Jahren vorliegen.
Neue Nidw. Zeitung, 14. 8. 2000 (www.neue-nz.ch)

Fünzig Bemängelungen beim AKW Gösgen
Eine gründliche Untersuchung des Atomkraftwerkes Gösgen durch die HSK (Hauptabteilung für die Sicherheit von Atomanlagen) hat rund 50 Bemängelungen und Verbesserungsvorschläge ergeben. Wie an einem Podiumsgespräch in Bern bekannt wurde, wehren sich die Betreiber des AKW erstmals mit einer Beschwerde gegen die Anordnungen der Bundes-Sicherheitsbehörde. Nach Werner Bühlmann, Chef des Rechtsdienstes im Bundesamt für Energie, ist der neue Widerstand der Betreiber eine Folge der in Aussicht stehenden Liberalisierung des Strommarktes.
Neue Nidw. Zeitung, 14. 8. 2000 (www.neue-nz.ch)

Defekte Brennelemente im AKW Beznau
Im Rahmen der Dichtigkeitsprüfung an den Brennelementen wurden vier undichte Brennelemente gefunden. Bei den defekten Brennelementen handelt es sich um die umstrittenen, plutoniumhaltigen MOX-Elemente, die von der englischen Atomfirma British Nuclear Fuels Limited (BNFL) in Sellafield hergestellt worden sind. Wie die NOK als Betreiberin des Werkes in Beznau bekannt gab, habe sich die Radioaktivität im Kühlkreislauf "nur geringfügig erhöht". 
Tages-Anzeiger, 4. 8. 2000 (www.tages-anzeiger.ch)

Deutsches Strahlenopfer geht leer aus
Ein ehemaliger strahlengeschädigter Arbeiter in einer Brennelementfabrik hat gegen Siemens geklagt. Das Gericht hat, vornehmlich aus formellen Gründen, die Klage abgewiesen. Dieser erste Prozess eines Strahlenopfers in Deutschland hat aber andere, noch lebende ehemalige Arbeiter der Fabrik dazu gebracht, sich zusammenzuschliessen.
Der Spiegel 31. 7.2000

Totgeschwiegene Umweltkatastrophe in Indien
Die Gegend um Indiens einzige Uranmine ist radioaktiv verseucht . Die Bevölkerung ist den radioaktiven Abfällen ohne Schutz ausgesetzt. Die Katastrophe wird totgeschwiegen und die Abfälle werden weiter in der Umgebung gelagert.
BaZ-Magazin 15.07.2000

Was das Aufräumen einer alten Atomanlage so mit sich bringt
Bei einer ehemaligen Urananreicherungsanlage in Kentucky wurde festgestellt, dass die Böden und 40 Milliarden Liter Grund - und Oberflächenwasser radioaktiv verseucht sind. Ausserdem wurden "ausnehmend interessante" Substanzen wie Arsen und Phosphor-Uran-Verbindungen gefunden.
Environment News Service 03.07.2000

Cäsium hartnäckiger als angenommen
Messungen in Grossbritannien und Norwegen ergaben unerwartet hohe Werte an Cäsium des Tschernobyl-Unfalls in landwirtschaftlichen Produkten und Wasser. Dies dürfte sich auch während der nächsten 50 Jahre nicht ändern.
National Environment Research Council 11.05.2000

HSK untersagt vorläufig Atomtransporte zur Wiederaufarbeitung nach Sellafield
Die Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen (HSK) ist besorgt über die mangelhafte Sicherheitskultur in den Wiederaufarbeitungsanlagen von Sellafield. Auf Grund eines Berichts der englischen Aufsichtsbehörde und neuer Informationen aus Sellafield hat sie die schweizerischen Kernkraftwerksbetreiber informiert, dass vorläufig keine Bewilligungen für den Transport von abgebrannten Brennelementen nach Sellafield erteilt werden.
Medienmitteilung der HSK: 23.03.2000 (www.hsk.psi.ch/aktuel.html)

Sellafield: 300 Unfälle
Etwa 300 Un- und Störfälle haben sich in den letzten 40 Jahren in der britischen Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield ereignet. Die Anlage der British Nuclear Fuels Limited (BNFL) hat den Ruf als atomare Dreckschleuder und grösster Umweltverschmuter Europas. Bereits vor zwei Jahren warnte die britische Atombehörde, der in Sellafield gelagerte Atommüll werde nicht sicher verwahrt. Kühlsysteme seien veraltet und Gebäude baufällig. Jetzt haben die Sicherheitsprüfer auch eklatante Mängel bei der Qualitätskontrolle und "systematische Mängel des Managements" festgestellt. Wichtigste kontinentale Kunden von Sellafield sind Deutschland und die Schweiz.
Stern 11/2000 (www.stern.de)